10 Bräuche zur Taufe und ihre Bedeutung

Im christlichen Glauben ist die Taufe eines der wichtigsten Feste und gilt als erstes Sakrament, das der Mensch empfangen kann. Wobei die Taufe heute nicht mehr nur bei Kirchenmitgliedern geschätzt wird.

Einführung in die Kirchenfamilie

Die Taufe soll das Taufkind symbolisch reinwaschen, wobei damit die Befreiung von der Erbsünde gemeint ist, die auf allen Menschen lastet. Damit ist dieses Fest das erste Sakrament, das empfangen wird. Für das Kleine beginnt nun ein reines, unschuldiges Sein, weshalb das Tauffest ein Muss für alle Anhänger des christlichen Glaubens ist.

Die Taufe wird mit einer Vielzahl von Bräuchen begangen, wovon das Kind allerdings nur wenig hat. Es steht zwar im Mittelpunkt, wird diese Aufmerksamkeit aber in den meisten Fällen sehr lautstark quittieren. Doch davon sollten sich Mama, Papa und Gäste nicht abhalten lassen, das Fest zu genießen und die verschiedenen Bräuche zu leben.

Häufig ist es in vielen Familien noch Brauch, das Fest kurz nach der Geburt zu feiern, was aus der Zeit der hohen Kindersterblichkeit herrührt. Damals sind viele Kinder nur wenige Wochen alt geworden und sie sollten als reine Seelen in den Himmel gelangen. Wer nicht getauft war, sollte dem Glauben zufolge im Fegefeuer schmoren müssen.

Heute kann der Täufling in Ruhe auf die Welt kommen und diese kennenlernen – die Taufe selbst findet dann im Alter von einigen Wochen oder gar Monaten statt. Das Fest hat heute vor allem den Hintergrund, den neuen Erdenbürger willkommen zu heißen und zeigt die Freude der Eltern über den Nachwuchs. Verschiedene Bräuche sind dabei üblich, von denen wir an dieser Stelle zehn vorstellen.

In der Kirche gibt es die sogenannte Osterkerze, an der die Taufkerze entzündet werden muss. (#01)

In der Kirche gibt es die sogenannte Osterkerze, an der die Taufkerze entzündet werden muss. (#01)

1. Die Taufkerze als bekanntestes Brauchtum

In der Kirche gibt es die sogenannte Osterkerze, an der die Taufkerze entzündet werden muss. Damit geht das Symbol der Osterkerze (Auferstehung Jesus Christus und die Gabe des Lichts an die Menschen) in die Taufkerze über. Die Seele des Kindes soll unsterblich werden, gleichzeitig gehört das Kleine fortan zur Gemeinde der Christen. Die Kerze selbst ist reich mit religiösen Symbolen ausgestattet und zeigt z. B. eine Taube oder Alpha und Omega. Auch der Name des Kindes sowie sein Geburtsdatum können aufgedruckt sein. Derartige Kerzen eignen sich perfekt als Geschenke und können durch den oder die Paten des Kindes selbst gestaltet werden.

Da es sich bei der Taufe um einen christlichen Brauch handelt, sind die häufigen Rituale natürlich auch christlicher Natur und werden überwiegend in der Kirche durchgeführt. (#02)

Da es sich bei der Taufe um einen christlichen Brauch handelt, sind die häufigen Rituale natürlich auch christlicher Natur und werden überwiegend in der Kirche durchgeführt. (#02)

2. Der Taufgottesdienst als Bestandteil der Bräuche

Da es sich bei der Taufe um einen christlichen Brauch handelt, sind die häufigen Rituale natürlich auch christlicher Natur und werden überwiegend in der Kirche durchgeführt. Die Taufe selbst findet in den Kirchenhallen statt, wobei diese durch eine Predigt und durch das Eingehen auf die Themen Schuld, Vergebung, Verantwortung und Ähnliches gekennzeichnet ist. Sind die Eltern nicht gläubig oder gehören unterschiedlichen Glaubensrichtungen an, so ist es möglich, die Predigt als solche herauszulassen.

Wer eine Taufe feiert, kann dem Kind zu Ehren auch eine Rede halten, in der es um die typischen Themen geht. Das kirchliche Vorbild wird demzufolge abgewandelt und eher durch eigene Geschichten ersetzt. Findet die Feier im heimischen Garten statt, kommt dieser noch ein ganz persönlicher Aspekt hinzu, denn hier wirkt alles individueller und auf die betreffende Familie abgestimmt.

Der Storch ist schon Kindern als Symbol für die Geburt eines Babys bekannt und heute hat es sich durchgesetzt, dass Freunde oder Verwandte im Garten der Familie, die Nachwuchs bekommen hat, einen Storch aus Holz aufstellen. (#03)

Der Storch ist schon Kindern als Symbol für die Geburt eines Babys bekannt und heute hat es sich durchgesetzt, dass Freunde oder Verwandte im Garten der Familie, die Nachwuchs bekommen hat, einen Storch aus Holz aufstellen. (#03)

3. Störche aufstellen

Der Storch ist schon Kindern als Symbol für die Geburt eines Babys bekannt und heute hat es sich durchgesetzt, dass Freunde oder Verwandte im Garten der Familie, die Nachwuchs bekommen hat, einen Storch aus Holz aufstellen. Dies geschieht sogar unabhängig davon, ob die Familie des Babys nun einer Kirchengemeinde angehört oder konfessionslos ist. Dieser Storch hält traditionell ein kleines Bündel, das als Baby erkennbar ist und auch der Name des Kindes ist hier meist zu finden.

Bräuche wie dieser haben einen großen Vorteil: Jeder, der Geschenke machen möchte, kann diese dank der Information über Name und Geschlecht des Kindes sogar personalisieren. So entstehen klassische und individuelle Geschenke zur Taufe oder zur Geburt, ohne dass die Eltern direkt um Hilfe gebeten werden müssen.

Jeder bekommt gern Präsente, und da das Kind noch zu klein ist, um sie selbst in Empfang zu nehmen, freuen sich stellvertretend die Eltern darüber. (#04)

Jeder bekommt gern Präsente, und da das Kind noch zu klein ist, um sie selbst in Empfang zu nehmen, freuen sich stellvertretend die Eltern darüber. (#04)

4. Es gibt Geschenke!

Jeder bekommt gern Präsente, und da das Kind noch zu klein ist, um sie selbst in Empfang zu nehmen, freuen sich stellvertretend die Eltern darüber. Manche Bräuche sehen vor, dass zu den Geschenken in erster Linie Geld zählt, in anderen Regionen werden Kinderkleidung, Windeln oder ähnliche „Gebrauchsgegenstände“ verschenkt. Dabei haben diese Präsente sogar einen religiösen Hintergrund, denn sie sind symbolisch für den weiteren Lebensweg des Kindes zu sehen, das seine Reise nun beginnt. Kleidung ist für das Neugeborene meist weiß, die Farbe steht als Symbol für die Reinheit und Unschuld des neuen Erdenbürgers.

Es gibt einige Bräuche, die sollten nicht nur der Taufe vorbehalten bleiben. Dazu gehört das Pflanzen eines Taufbäumchens.(#05)

Es gibt einige Bräuche, die sollten nicht nur der Taufe vorbehalten bleiben. Dazu gehört das Pflanzen eines Taufbäumchens.(#05)

5. Einen Baum pflanzen

Es gibt einige Bräuche, die sollten nicht nur der Taufe vorbehalten bleiben. Dazu gehört das Pflanzen eines Taufbäumchens, was meist auf dem eigenen Grundstück geschieht, aber auch an einem anderen Ort möglich ist. Wichtig ist, dass der Baum dort auch wachsen darf, wenn er größer und kräftiger geworden ist, soll er doch den Lebensweg des Kindes symbolisieren. Häufig wird als „Nahrung“ für den Baum die Plazenta des Kindes eingegraben, von der das Kleine bis zu seiner Geburt ernährt worden ist.

Video: Darum sind Taufmandeln ein MUSS bei Taufen! Das schönste Gastgeschenk! mit Reinhold vom ePralinchen

6. Taufmandeln als neuer Brauch

Bis heute haben sich Taufmandeln durchgesetzt, die meist mit Zucker kandiert und mit Schokolade verziert sind. Es gibt sie sogar in unterschiedlichen Farben – das genaue Brauchtum ist hier im Video sehr schön erklärt. Der Ursprung dafür liegt im Verschenken von Hochzeitsmandeln, die für Fruchtbarkeit und Wohlstand stehen sollen. Viele Bräuche werden von einer Situation auf eine andere adaptiert und die Taufmandeln gehören dazu. Wobei sie bei einem Täufling und Kind eher für ein langes und gesundes Leben stehen sollen. Dabei lassen sich solche Bräuche auch umkehren und bei der Taufe bekommen die Gäste einen Beutel mit derartigen Mandeln als Mitgebsel überreicht.

Video: Taufe – Sprüche u. Glückwünsche !

7. Sprüche als Bräuche

Die Bräuche zur Taufe sind sehr vielfältig; immer dabei ist aber der Taufspruch, der für die Kinder eine Art Lebensmotto darstellen soll. Der Taufspruch wird von den Eltern gefunden, von den Paten oder vom Prediger, es können auch alle gemeinsam daran arbeiten und einen derartigen individuellen Spruch entwickeln. Entsprechend der Tradition entstammt der Taufspruch der Bibel, aber auch Aussagen von bekannten Persönlichkeiten oder Lebensweisheiten sind möglich. Der Spruch wird in das Taufbuch aufgenommen oder kommt auf eine Taufurkunde. Er kann auch schon auf den Einladungskarten stehen und sollte auf jeden Fall auf den Dankeskarten Platz finden. Taufsprüche gehören immer in das Taufbuch, sofern ein solches angelegt wird!

Alle Menschen werden sich über derlei Bräuche freuen: Hierbei werden Bonbons geworfen, die die Kinder und erwachsenen Gäste auf der Taufe einsammeln können. (#06)

Alle Menschen werden sich über derlei Bräuche freuen: Hierbei werden Bonbons geworfen, die die Kinder und erwachsenen Gäste auf der Taufe einsammeln können. (#06)

8. Lustige Bräuche zur Taufe: Bonbons werfen

Alle Menschen werden sich über derlei Bräuche freuen: Hierbei werden Bonbons geworfen, die die Kinder und erwachsenen Gäste auf der Taufe einsammeln können. Ursprünglich war das Werfen die Aufgabe der Taufpatin. Teilweise geht es aber heute ein wenig gesitteter zu und die Bonbons werden nicht mehr geworfen, sondern jeder Gast bekommt eine kleine Tüte mit Süßigkeiten in die Hand. Allerdings ist das Werfen der kleinen Leckereien noch nicht gänzlich aus dem Brauchtum verschwunden und viele Familien lockern damit die nachmittägliche Feier auf, die für die Gastkinder ebenfalls interessant und kurzweilig gestaltet werden sollte.

Das Taufbuch kann bereits mit der Einladung zur Taufe beginnen und wird dann wie eine Art Tagebuch weiter fortgeführt. (#07)

Das Taufbuch kann bereits mit der Einladung zur Taufe beginnen und wird dann wie eine Art Tagebuch weiter fortgeführt. (#07)

9. Das Taufbuch als Erinnerung für das Taufkind

Schöne Bräuche kosten nicht viel Geld und bleiben auf ewig in Erinnerung. So auch das Taufbuch, welches hinreichend Gelegenheit gibt, Sprüche und Verse, die Predigt, all die guten Wünsche der Gäste sowie Fotos von den Feierlichkeiten für die Ewigkeit festzuhalten. Das Taufbuch kann bereits mit der Einladung zur Taufe beginnen und wird dann wie eine Art Tagebuch weiter fortgeführt. Das Kind bekommt das Büchlein später überreicht und findet hier alle Details zu der Feier, bei der es zwar selbst dabei war, an die es sich aber nicht erinnern kann. Selbst bei Kindern, die schon etwas größer sind, ist das Taufbuch eine schöne Tradition und hält die tollsten Momente fest, die mit der Feierlichkeit in Zusammenhang standen.

Im christlichen Glauben ist die Taufe eines der wichtigsten Feste und gilt als erstes Sakrament, das der Mensch empfangen kann. Wobei die Taufe heute nicht mehr nur bei Kirchenmitgliedern geschätzt wird. (#08)

Im christlichen Glauben ist die Taufe eines der wichtigsten Feste und gilt als erstes Sakrament, das der Mensch empfangen kann. Wobei die Taufe heute nicht mehr nur bei Kirchenmitgliedern geschätzt wird. (#08)

10. Das Fürbitten im Gottesdienst

Nicht alle Bräuche gehen mit Geschenken oder tollen Ideen zur Taufe einher, manche werden auch still und leise abgehalten. So auch das Fürbitten, das im Rahmen des Taufgottesdienstes stattfindet. Meist sind es die Paten, die hier zu Wort kommen und dem Taufkind alles Gute wünschen. Teilweise wird auch die ganze Kirchengemeinde einbezogen und bittet im Wechsel mit den Taufpaten um ein schönes, gesundes Leben im kirchlichen Sinne. Teilweise werden hierfür vorgegebene Bibelverse verwendet, manchmal jedoch formulieren die Sprecher die Texte für die Fürbitten selbst. Das ist dann besonders eindrucksvoll und die Rede sollte ihren Weg ins Taufbuch finden. Hier wird sie für die Ewigkeit festgehalten.


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Über Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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