Einladungsetikette: Einladungen und ihre Tücken

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Wer muss eingeladen werden? Wie reagieren wir selbst auf eine Einladung zur Trauung? Hochzeitsfeiern warten mit vielen Fettnäpfchen auf. Eines davon stellt die Einladungsetikette dar, die für Gäste und Paar zur Herausforderung wird.

Einladungsetikette beachten: Diese Regeln gelten für Einladungen zur Hochzeitsfeier

Die Gäste wissen oftmals nicht, wie sie auf eine Einladung reagieren sollen. Grund ist, dass nicht entsprechend der Einladungsetikette gehandelt wurde. Es wird nicht gesagt, wo geheiratet wird, welcher Dresscode vorgegeben ist und was eventuell zusätzlich wichtig ist.

Auch sehr hilfreiche Save-the-Date-Karten zur Hochzeit sind zwar eine schöne Idee, sollten aber dennoch alle wichtigen Informationen enthalten.

Braut und Bräutigam sollten sich daher mit der Einladungsetikette auseinandersetzen, um ihre künftigen Gäste nicht im Ungewissen zu lassen bzw. selbst nicht durch dauernde Nachfragen belästigt zu werden.

Das sieht die Einladungsetikette für eine Hochzeit vor

Eine Hochzeit ist ein schöner Anlass, endlich eine Feier mit vielen Gästen zu organisieren. Karten werden verschickt, mit denen der große Tag angekündigt wird.

Danach folgen die eigentlichen Einladungen, die bestenfalls dieser Einladungsetikette entsprechen:

  1. Rechtzeitiger Versand

    Die Gäste sollen eine Chance haben, ihren eigenen Terminplan zu klären. Daher sollten Einladungen zur Trauung mindestens acht Wochen im Voraus verschickt werden. Bei einer geplanten Hochzeitsfeier im Ausland sollten es wenigstens zwölf Wochen sein. Wird die Feier in die Ferienzeit fallen, sind sogar sechs bis acht Monate vorher angemessen.

    Die Gäste sollen eine Chance haben, ihren eigenen Terminplan zu klären. ( Foto: Shutterstock- Dzikavitski Artsiom )

    Die Gäste sollen eine Chance haben, ihren eigenen Terminplan zu klären. ( Foto: Shutterstock- Dzikavitski Artsiom )

  2. Wichtige Angaben nicht vergessen

    Nicht nur der gewünschte Dresscode muss genannt werden, auch die Frage, bis wann eine Antwort erwartet wird, sollte geklärt werden. Am besten ist es, eine separate Karte mit der Einladung zu verschicken, auf der die Antwortfrist (rund drei Wochen vor dem Termin) vermerkt ist. Auf der Karte haben die künftigen Gäste auch gleich die Gelegenheit zur Angabe der Personenanzahl, mit der sie am Fest teilnehmen wollen.

  3. Keine Geschenkewünsche mit Einladungen kombinieren

    Die Einladungsetikette sieht ganz klar vor, dass keine Geschenkwünsche mit den Einladungen verbunden werden sollten. Dies klingt unhöflich und es scheint, als würde es lediglich um die Geschenke und nicht um die Gäste gehen. Braut und Bräutigam können einen der Trauzeugen oder wie früher traditionell die Mutter der Braucht als Ansprechpartner für weitere Fragen benennen. Dorthin können sich die Gäste wenden, wenn sie Fragen zu Geschenken haben.

    Der Einladung gleich einer Wunschliste beizufügen sollte man unbedingt unterlassen ( Foto: Shutterstock- Anastasiia Lieonova )

    Der Einladung gleich einer Wunschliste beizufügen sollte man unbedingt unterlassen ( Foto: Shutterstock- Anastasiia Lieonova )

  4. Auf Hochzeitsfeier ohne Kinder hinweisen

    Es ist allen Eltern gegenüber nur fair, wenn bereits bei der Einladung darauf hingewiesen wird, wenn eine Trauung oder die gesamte Hochzeitsfeier ohne Kinder geplant wird. Auf einen engagierten Babysitter kann hingewiesen werden. Möglich ist auch die namentliche Benennung der Eingeladenen, sodass klar wird, dass deren Kinder eben nicht erwünscht sind. Ob Braut und Bräutigam allerdings das Risiko eingehen wollen, von guten Freunden mit Kindern eine Absage zu bekommen, ist im Einzelfall zu entscheiden.

  5. Gäste nur zur Trauung einladen?

    Wenn die Hochzeitsfeier nur im kleinen Rahmen stattfinden soll, können die Gäste natürlich auch nur zur Trauung eingeladen werden. Die Einladungsetikette sieht allerdings eher den umgekehrten Fall vor, bei dem die Gäste, die zur Trauung kommt, auch zur anschließenden Feier eingeladen werden. Meist wird die Anzahl der Gäste, die der Trauung beiwohnen, begrenzt. In jedem Fall sollte in der Einladung darauf hingewiesen werden.

  6. Einladungen an alle Save-the-Date-Empfänger

    Jeder, der eine Save-the-Date-Karte bekommen hat, muss entsprechend der Einladungsetikette auch eine Einladung bekommen. Das gilt auch dann, wenn die jeweiligen Empfänger nach der Save-the-Date-Karte abgesagt hatten. Vielleicht haben sie es sich inzwischen anders überlegt?

Weitere Tipps rund um die Einladungsetikette

Die Einladungsetikette befasst sich nicht nur damit, was Einladungen enthalten müssen, sondern auch damit, ob jemand überhaupt eingeladen wird.

Die folgenden Punkte sind daher ebenso wichtig:

  • Bitte nicht die Personen vergessen, die verpflichtend eingeladen werden müssen (Wer selbst eingeladen wurde, muss auch die früheren Gastgeber einladen.)!
  • Nicht auf Zwang gänzlich unerwünschte Personen einladen.
  • Bei vergessenen Einladungen Erklärungen bereithalten und die betreffenden Personen unbedingt persönlich einladen!
  • Schon bei den Einladungen an die künftige Tischordnung denken sowie daran, dass auch Singles einen Tischpartner bekommen sollten.
Ob man nur zur Trauung oder auch zur Feier seine Gäste bittet ist ausschließlich die Entscheidung des  Brautpaares ( Foto: Shutterstock - Sotnikov Misha)

Ob man nur zur Trauung oder auch zur Feier seine Gäste bittet ist ausschließlich die Entscheidung des Brautpaares ( Foto: Shutterstock – Sotnikov Misha)

Gute Manieren bei Gästen bevorzugt

Etikette ist ein Wechselspiel und so kann sie nicht nur von den Gastgebern und bei deren Einladungen erwartet werden. Auch die Eingeladenen sollten sich an gewisse Punkte halten, damit sie nicht in unschöner Erinnerung bleiben und diese Einladung womöglich die letzte war, die sie erhalten haben.

Es geht zuerst einmal darum, auf eine Einladung angemessen zu reagieren. Der Eingeladene sollte sich bedanken und versuchen, noch offene Fragen vorab zu klären. Außerdem gilt es natürlich, die gesetzten Fristen einzuhalten, was bedeutet, dass eine Antwortkarte spätestens zum gesetzten Termin wieder bei den Versendern der Einladung eingeht.

Tipps für Eingeladene: Die folgenden Tipps sind für alle diejenigen, die eine Einladung zu einer Feierlichkeit erhalten haben.

Deren Einhaltung zeugt von guten Manieren und Wertschätzung gegenüber dem künftigen Gastgeber:

  • Einladungen in gleicher Weise beantworten: Karte mit Karte, E-Mail mit E-Mail
  • nachfragen, wenn kein Dresscode gegeben ist
  • kleine Geschenke mitbringen (bei einer großen Feier entsprechende Wertigkeit beachten)
  • nicht zu spät erscheinen
  • nicht vor der vereinbarten Zeit auftauchen
  • Blumen vor der Übergabe auspacken
  • Gastgeschenk mit der linken Hand geben, damit die rechte Hand frei für die Begrüßung bleibt
  • gute Manieren am Tisch zeigen
  • Lob für das Essen aussprechen
  • Handy ausschalten
  • Fest nicht zu zeitig verlassen

Tipp: Wer eine Einladung erhalten hat und zu einer Feier gegangen ist, sollte sich später noch einmal dafür bedanken. Das kann auch über einen zwanglosen Anruf geschehen.

Wird ein Dresscode vom Brautpaar gewünscht, dann sollten die Gäste den Wünschen nachkommen. ( Foto: Shutterstock- Serhii Shkriabii  )

Wird ein Dresscode vom Brautpaar gewünscht, dann sollten die Gäste den Wünschen nachkommen. ( Foto: Shutterstock- Serhii Shkriabii )

Tipps für geschäftliche Einladungen

Natürlich spielt der persönliche Stil auch im geschäftlichen Leben eine Rolle und sollte nicht nur gezeigt werden, wenn es um eine Hochzeitsfeier oder ähnlich große private Veranstaltungen geht. Auch hier ist wichtig, dass eine Einladung keine offenen Fragen zurücklässt, denn niemand möchte erst mühsam jedes Detail in Erfahrung bringen müssen.

Tipp für Gastgeber: Wer Geschäftsfreunde oder Kollegen zu einer dienstlichen Feier mit Essen einlädt, sollte vorher unbedingt deren Essgewohnheiten abklären.

Es sollte zumindest bekannt sein, ob sich Vegetarier oder Veganer unter den Gästen befinden werden, sodass diese nicht leer ausgehen, weil es nur Fleisch gibt. Geht es um Tipps für geschäftliche Einladungen, darf der Tipp zur Kleidung natürlich nicht fehlen. Auf Einladungen sollten immer Vermerke zum passenden Dresscode zu finden sein.

Dieser wiederum sollte von den Gästen unbedingt respektiert werden, denn der Gastgeber hat sich etwas dabei gedacht und die Feier in einem entsprechenden Rahmen geplant. Hier kann nun zum Beispiel „Smoking“ oder „Black Tie“ stehen. Für Herren ist die Anweisung damit klar, doch Damen stehen oft unsicher vor dem Kleiderschrank und wissen nicht, was sie nun anziehen sollen. Sie sollten zu einem langen Abendkleid greifen, nicht jedoch zu der großen Ballrobe. Diese wäre zu viel des Guten und wäre nur passend, wenn in der Einladung von „White Tie“ die Rede wäre. Eine solche Formulierung würde bedeuten, dass Herren im Frack zu erscheinen haben.

Wird von „Abendkleidung“ gesprochen, ist ein dunkler Anzug oder Smoking gefragt. Damen können dann ein langes oder kurzes Abendkleid tragen, einen langen Rock oder auch einen eleganten Hosenanzug. Das Ballkleid kommt auch hier nicht zum Einsatz, dieses wird nur auf dem einem echten Ball getragen. Als Faustregel gilt zudem die Uhrzeit, zu der eingeladen wird. Je früher die Feier beginnt, desto weniger festlich soll die Garderobe sein. Vereinfacht für die Kleidung der Damen: Je später die Feier, desto länger der Rock bzw. das Kleid!

Über den Autor

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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